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Rechtzeitig zum Schwabentag: Caritas Augsburg veröffentlicht Handbuch Inklusion in 2. Auflage

Rechtzeitig vor dem Schwabentag 2016 am kommenden Samstag, 25. Juni 2016, der der Inklusion gewidmet ist, gibt nun der Caritasverband für die Diözese Augsburg die 2. Auflage seines „Handbuchs Inklusion. Informationen, Hinweise und Tipps zur Organisation inklusiver Veranstaltungen“ heraus. Die erste Ausgabe erschien 2011. Das Handbuch stieß weit über die diözesanen Grenzen hinaus auf Begeisterung und fand einen reißenden Absatz. Andere Diözesan-Caritasverbände haben es nachgedruckt. Da es nach wie vor nicht nur bei den verschiedenen Diensten der Behindertenarbeit nachgefragt ist, überarbeitete der Diözesan-Caritasverband Augsburg das Handbuch. Daten wurden aktualisiert. Auch das Layout wurde völlig neu überarbeitet. Am kommenden Samstag, 25.06.2016, kann man das neue Handbuch Inklusion am Stand des Diözesan-Caritasverbandes nicht nur einsehen, sondern sich auch ein Exemplar abholen.

Info:

Handbuch Inklusion. Informationen, Hinweise und Tipps zur Organisation inklusiver Veranstaltungen. Herausgeber: Caritasverband für die Diözese Augsburg e. V. – Fachgebiet Behindertenhilfe. 2. Auflage 2016. 44 Seiten.Handbuch_Inklusion

CAB Caritas Augsburg – alles dreht sich um Kommunikation

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Zum Schwabentag 2016, dem Tag der Begegnung am 25. Juni in der Messe Augsburg,  führt die CAB Caritas Augsburg Betriebsträger gGmbH auf eine Straße der Begegnung: Alles dreht sich dabei um Kommunikation!

Die Straße der Begegnung ist ein Parcours mit Hilfsmitteln zur Unterstützten Kommunikation.  In einer Leseecke kann man die Leichte Sprache kennenlernen und natürlich ist auch das sprechende Informationsgerät CABito am Stand zu finden.

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Darüber hinaus präsentiert die CAB ihre inklusiven Cafés mit Caféangeboten, einen Verkaufsstand mit Produkten aus den CAB-Werkstätten und überrascht mit einigen Mitmachangeboten.

Auf der Schwabenbühne spielt die Blaskapelle der Ulrichswerkstätten auf und auf der zweiten Vortragsebene in Halle 7 der Messe Augsburg gibt es einen Präsentation zur Leichten Sprache:

14.45 Uhr: „Inklusion im Jahr 2030?“

Ein Vortrag in Leichter Sprache.
Beschäftigte der Ulrichswerkstätten beschreiben ihre Ideen für die Zukunft.

Mehr Informationen über die CAB gibt es hier:

http://www.cab-b.de/

Motto: „Autismus ist keine Einbildung!“

Den meisten Menschen ist zwar inzwischen bekannt, was Autismus ist, viel zu wenigen ist aber bewusst, welche Herausforderung es ist, mit Autismus leben zu müssen. Deshalb will der diesjährige Welt-Autismus-Tag 2016 um mehr Verständnis für Menschen mit Autismus werben. Das Kompetenzzentrum Autismus Schwaben – Nord beim Caritasverband für die Diözese Augsburg e. V. lädt aus diesem Anlass am 7. April 2016 von 17.30 bis 19.00 Uhr ins Caritashaus (Auf dem Kreuz 41) in Augsburg ein. Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Autismus ist keine Einbildung!“ Betroffene stellen ihre künstlerischen Beiträge vor, auch zeigen sie Filme. Der Abend bietet zudem Gelegenheit zu Diskussionen. Für Essen und Trinken ist gesorgt. Anmeldung ist zur Vorbereitung erwünscht unter der Telefonnummer 0821 3156-454 oder per Mail an autismus@caritas-augsburg.de oder unter www.caritas-augsburg.de/welt-autismus-tag .

Darüber hinaus ist das Kompetenzzentrum Autismus Schwaben-Nord auch beim Schwabentag 2016 präsent: Mit einer eigens dafür entwickelten Selbsterfahrungskabine soll vermittelt werden, wie Menschen mit Autismus ihre Umwelt erleben.

Eindrücke davon wurden auch bei einem Fachvortrag beim Caritasverband für die Diözese Augsburg vermittelt (Text: Caritas Augsburg/Bernhard Gattner):

Menschen lernen soziale Verhaltensregeln, indem sie sich begegnen und miteinander kommunizieren. Das tun sie von Geburt an, weil die soziale Interaktion normaler Weise im Menschen genetisch angelegt ist. Babys schauen länger in die Augen der Mutter als in das Umfeld. Durch die positive Reaktion der Mutter werden im Gehirn Glücksbotenstoffe ausgeschüttet. Das Miteinander, die Reaktion auf den anderen Menschen, bleibt so schon für das Baby hoch attraktiv. Das wiederum verstärkt das Erlernen sozialer Kompetenz. Das Kind erlernt sie nebenher. Es ist ein somit sozialer Selbstlerner.

Menschen mit einer Autismus-Störung sind das nicht. Sie schauen nicht wie andere Babys in die Augen der Mutter. So erleben sie wenig oder gar nicht das Glücksgefühl, das ihr Verhalten eine Reaktion auslöst. Bei ihnen fehlt deshalb der „selbstbelohnende Entwicklungsturbo“, wie es Dr. Brita Schirmer aus Berlin ausdrückt. „Kinder mit einer Autismus-Störung erlernen deshalb soziale Normen und Regeln nicht so einfach nebenbei. Sie spüren es nicht, was geht oder was nicht geht. Sie haben eine soziale Sehbehinderung.“ Die Folge: Sie verhalten sich anders, orientieren sich nicht an allgemein gültigen sozialen Verhaltensregeln. Das Ergebnis: Die nicht-autistische Umwelt erlebt das Verhalten autistischer Menschen als herausfordernd und störend. Sie fühlt sich gestresst.

Dr Brita Schirmer

Dr. Brita Schirmer, Lehrerin an Sonderschulen in Berlin und Autorin zahlreicher Bücher zum Thema Autismus. Foto: Caritas Augsburg/Bernhard Gattner.

 

Dr. Schirmer, in der schulischen Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Autismus-Spektrum-Störung in Berlin tätig, setzt sich seit vielen Jahren damit auseinander, wie Eltern, Erzieher, Betreuer oder Lehrer mit diesem Verhalten umgehen können. Beim Fachtag Autismus des Kompetenzzentrums Autismus Schwaben-Nord des Augsburger Diözesan-Caritasverbandes erzählte sie davon, dass ein junger Mann bei der Begrüßung der Betreuerinnen diese immer an der Brust berührt habe. Auch erwähnte sie einen Schüler, der im Unterricht die ganze Zeit mit seinem Stift auf den Tisch geklopft habe. Beide Situationen waren für die Betreuerinnen bzw. die Lehrer und Mitschüler „unerträglich“ und – im Fall der Frau – auch kränkend.

Dr. Schirmer sieht die Lösung der Konfliktsituation nicht darin, dieses herausfordernde Verhalten einfach hinzunehmen. Im Gegenteil: Soziale Integration könne nur gelingen, indem man die sozialen Verhaltensnormen und Regeln klar und konsequent einhält. Aber da Menschen mit Autismus die sozialen Gründe für ein Verhalten nicht erlernt haben und auch nicht erspüren können, wenn sie sich falsch verhalten, müsse man nach anderen Gründen suchen, um sie dazu zu bringen, die Regel einzuhalten. Die Kernfrage bei dieser Suche sei, „wofür lebt dieser Mensch, was ist sein Interesse?“

Im Fall des jungen Mannes half keine Logik. Denn, so seine Logik, die weibliche Brust sei nun mal schöner anzufassen als die kalte Hand. Die Regel, die Dr. Schirmer dann entwickelte, hieß dann für den jungen Mann: „Wenn Du künftig die Hand reichst, dann darfst Du auch zehn Minuten am Computer spielen.“ Der entscheidende Vorteil dieser Regelung liegt darin begründet, dass die soziale Regel – man fasst Frauen nicht an die Brust – eingehalten wird und für den jungen Mann ein höheres, ihm wichtigeres Ziel konkret gesetzt wurde, „weil der junge Mann sehr gerne am Computer spielte“. So war der Grundstein für ein normales soziales Verhalten gelegt.

Das Kind, das ständig mit dem Stift klopfte, konnte sie dazu bringen, in der Schule nicht mehr alle zu stören und am Unterricht teilzunehmen, als sie herausfand, dass er ein Spezialinteresse an Toiletten hatte. „Wenn Du Dich ruhig verhältst, aufpasst und mitmachst, dann sage ich Dir auch, wie schwer ein Toilettendeckel ist“, konnte so eine Regel sein. Sie musste freilich immer neue Informationen bieten. „Im Baumarkt begann man sich schon zu wundern, was ich alles über Toiletten wissen wollte.“

Inflationär dürfen solche Belohnungsstrategien nicht eingesetzt werden. Ansonsten würden die Menschen mit einer Autismus-Störung nicht lernen, ihre Verhaltensimpulse zu kontrollieren. Nur wenn die Regel klar, eindeutig und konkret ist, in kleinen Teilschritten aufgeteilt wird, klare Grenzen gesetzt werden, bestehe deshalb die Chance, dass die Verhaltensnorm auch erlernt und eingehalten wird. Ein weiterer Tipp: „Formulieren Sie, was Sie möchten, nicht, was Sie nicht möchten. Denn Aufforderungen mit ‚nicht‘, pusht das impulsive System.“

Strafen wie „Du gehst jetzt raus aus dem Klassenzimmer, Du darfst nicht auf den Pausenhof“ seien keine Strafen für Menschen mit einer Autismus-Störung. Sie würden sich letztlich darüber freuen. Der Grund: Auf jeden Menschen dringen bis zu 70.000 Informationen pro Sekunde ein. Der Mensch ohne eine Autismus-Störung nimmt davon aber nur 70 bewusst wahr. Der mit Autismus hat diesen Filter nicht. Alle Informationen dringen auf ihn unmittelbar ohne Filter und Auswahlmechanismus ein. Das Klassenzimmer verlassen zu müssen oder nicht auf den Pausenhof gehen zu dürfen, bedeutet deshalb für ihn eine angenehme Reizminderung.

Werden die Reize stattdessen noch erhöht, indem man mit den betroffenen Menschen durch stark benutzte Straßen oder volle Kaufhäuser geht, „entsteht sehr schnell eine Overload-Situation“. Sie sei für die Betroffenen die „Hölle“. Angst und Panik würden sich nur ausweiten. „Dann hat dieser Mensch keine Reserven mehr, irgendeine Regel noch einzuhalten. Da ist er nicht mehr Herr seiner Entscheidungen.“ Gerät der Mensch mit einer Autismus-Störung in eine derartige „Selbstkontrollerschöpfung“, „gewähren Sie ihm eine Pause, in der er sich erholen kann“, empfiehlt Dr. Schirmer.

Eigens für den Schwabentag entwickelt: Eine Autismus-Erlebnis-Kabine

Logo_Kompetenzzentrum AutismusDer Caritasverband für die Diözese Augsburg e. V., der Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche, will mit seinem Kompetenzzentrum Autismus – Schwaben – Nord um Verständnis für Menschen mit Autismus werben. Außenstehende nicht-betroffene Personen können sich sicherlich viel Wissen aneignen, dennoch bewahrheitet sich die Weisheit immer wieder, wonach man nie über einen anderen urteilen soll, „bevor man nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen ist“. Diese Erfahrung führte zu der Idee, eine Autismus-Erlebnis-Kabine zu entwickeln.

An drei Beispielen soll vermittelt werden, welche Schwierigkeiten Menschen mit einer autistischen Störungen dabei haben können, verbale Informationen zu filtern, den Gesichtsausdruck von Mitmenschen zu deuten und Aufträge klar zu erfassen.

Zudem stehen die Beraterinnen Irene Schick und Sonja Jacobs vom Kompetenzzentrum Autismus – Schwaben-Nord für Informationsgespräche bereit.

Inklusives Kunstprojekt Donau-Ries

kunstSeit drei Jahren organisiert die Arbeitsgemeinschaft der Offenen Behindertenarbeit im Landkreis ‪‎Donau‬-Ries jährlich gemeinsam ein inklusives Kunstprojekt im Kunstmuseum in Wemding. Mit der Museumsleiterin Anette Steinacker-Holst werden dabei an einem Wochenendtag drei Einzelgruppen zu verschiedenen Themen angeboten.

Unter Mitwirkung weiterer Künstler können die Teilnehmer Gruppen mit Malerei, Tanz und Schattentheater wählen. Das Angebot ist an behinderte und nichtbehinderte Menschen gerichtet und für bis zu 30 Personen.
Beim Tag der Begegnung, dem Schwabentag 2016, wird ein Film über das Inklusionsprojekt gezeigt, beim Projekt entstandene Kunstprodukte ausgestellt und über das Konzept des inklusiven Kunstprojektes informiert.

Zur Arbeitsgemeinschaft der Offenen Behindertenarbeit im Landkreis Donau-Ries gehören das Bayerische Rote Kreuz Kreisverband Nordschwaben, der Caritasverband Donau-Ries, das Diakonische Werk Donau-Ries, die Lebenshilfe Donau-Ries und die Stiftung St. Johannes.